Bohusleden Informationen

Der Bohusleden ist ein Langstreckenwanderweg im Südwesten von Schweden.
Er beginnt südlich von Göteborg in der Nähe von Lindome, bei dem sich auch der Anschluss an den Hallandsleden befindet.
Der Weg schlängelt sich dann über ca. 360km vorbei an Göteborg, Uddevalla, Munkedal und endet schließlich in Strömstad.

Fazit: Ein sehr abwechslungsreicher Wanderweg mit vielen schönen Ecken. In der Regel fernab von großen Wohnsiedlungen mit einsamem Naturgenuß. Gute und kostenlose Unterkunft in den zahlreichen Windschutzhütten, teilweise sogar Hütten mit einem Ofen (Nördlicher Teil). Nicht nur flaches Land, sondern immer mal wieder gut schaffbare Höhenunterschiede unterhalb der Baumgrenze.

Info

Es gab vor ein paar Jahren zwei Broschüren ("neue" Auflage) über den Bohusleden, in der man den genauen Streckenverlauf verfolgen konnte. Jeweils eine für den südlichen und eine für den nördlichen Teil. Geschrieben waren sie lediglich in schwedischer Sprache. Kaufen konnte man die neuen Broschüren z.B. an der Touristeninformation in Göteborg. Kosten beliefen sich auf 50 SEK pro Stück.

Es scheint noch Bestände der gedruckten Broschüre zu geben. Im Juni 2015 waren diese in Buchhandlungen wie z.B. Nordstan Mall / Göteborg zu erstehen. Einzige Alternative bleibt die offizielle Internetseite www.bohusleden.se, welche eine online sowie PDF-Version der Broschüre anbietet. Der Stand der Karten ist aus dem Jahr 2008. Es fehlen Wegänderungen, Windschutzhütten und neue Informationen. Die Internetseiten sollen seit April 2015 ein Update erhalten - so sind die letzten Informationen.
Es scheint übrigens Probleme mit der Zuständigkeit der Västkuststiftelsen für den Bohusleden gegeben zu haben. Unstimmigkeiten mit Landbesitzern haben ihr übriges getan, dass einige Windschutzhütten oder Streckenverläufe in Frage gestellt wurden bzw. schon verschwunden sind. Nachzulesen in schwedisch hier:

 http://bohuslaningen.se/nyheter/tanum/1.2434089-bohusleden-kan-fa-nio-kilometers-avbrott

http://bohuslaningen.se/nyheter/vastsverige/1.2808325-bohusleden-gar-en-osaker-framtid-till-motes

http://bohuslaningen.se/nyheter/uddevalla/1.3852011-bohusledens-sajt-raddades

Es existiert eine aktualisierte Broschüre im PDF-Format, in einer etwas besseren Druck-Auflösung, in der ich meine und die Informationen anderen Wanderer zusammengefasst habe.

Wer Interesse an einer kostenlosen, neuen, korrigierten, deutschen Bohusleden-Broschüre hat, möge mich bitte kurz per E-Mail anschreiben!
Soweit es mir möglich ist, versuche ich zeitnah zu antworten. Dennoch kann es vorkommen, dass ich ein paar Tage brauche, oder ich eine E-Mail übersehe (oder der Spam-Filter sie gefressen hat). Dauert es zu lange, meldet euch bitte noch einmal. Aufgrund der Masse an Anfragen schaffe ich es manchmal nicht, lange Mails "mal eben" zu beantworten - bitte habt Verständnis.

Etappen:
Nach der Bohusleden Broschüre ist der Weg in unterschiedlich lange Etappen eingeteilt. An den Wegpunkten ist ein Einstieg in den Wanderweg möglich, da diese in der Regel mit einer Straße zu erreichen sind. Die Länge der Etappen richtet sich teilweise nach der Wegbeschaffenheit und variiert zwischen 7km und 20km. So sind Streckenabschnitte mit viel rauf und runter eher kurz gehalten, wobei Strecken mit wenig Höhenunterschieden und gut ausgebauten Wegen wesentlich länger sind.
Die Wegpunkte sind allerdings nicht unbedingt immer mit einer Windschutzhütte ausgestattet. Diese liegen auch schon mal mitten zwischen zwei Etappenpunkten.

Wegbeschaffenheit:
Der Weg nutzt alle vorhanden Möglichkeiten. Es geht teilweise auf asphaltierten Straßen, auf Feldwegen, Wanderwegen, Stegen oder Trampelpfaden entlang. Wanderschuhe sind zu empfehlen. Ganz wichtig: Wasserdicht, da es durch einige Feuchtgebiete hindurch geht und man dann im Wasser waten muss.
In einigen Abschnitten wächst viel kniehohes Gras oder auch Heidekraut. Nach einem Regen sind Gamaschen eine sinnvolle Geschichte damit das Wasser nicht von oben in die Schuhe läuft.
Die Stege in den Feuchtgebieten sind überwiegend intakt aber auch eine rutschige Angelegenheit.
Hier und da fehlen an Treppen mal ein paar Stufen – aber alles zu bewältigen.
Brücken sind teilweise kaputt und durch Provisorien ersetzt. Manchmal hilft auch nur der Weg durchs Wasser. (Stand 2006)
Steigungen sind unterschiedlich und sollten im Normalfall aber kein Problem für Freizeitwanderer sein. Ausnahmen gibt es vor allem zwischen Bottenstugan und Lysevatten. Da geht’s steil hoch und gleich wieder bergab auf einigen Kilometern.
Es kann durch Kahlschläge in den Wäldern dazu kommen, dass der ansonsten recht gut Markierte Weg nicht mehr zu finden ist. Dies ist vor allem östlich von Vassbotten der Fall (Stand 2007). Hier empfehle ich vor allem einen Kompass oder gleich eine alternative Route zu gehen.
Nördlich und Östlich von Svarteborg verläuft der Weg, im Gegensatz zur restlichen Strecke, leider über einige Kilometer auf Teer- und Schotterstraßen.
Zwischen Högstad und Strömstad war 2007 die Streckenführung sehr verwirrend und teilweise nicht mehr auffindbar.

Hütten/Zelt:
Es ist prinzipiell möglich den Weg ohne Zelt oder Tarp zu erwandern. Da die Hütten allerdings auch von anderen Wanderern besetzt sein könnten, ist es ratsam, eine Alternative im Gepäck zu haben.
Ein Tarp oder eine Plane erweist sich auch in den Windschutzhütten als praktisch – wenn es regnet. Die Dächer sind nämlich nur bedingt Wasserdicht und ein zweites Innendach kann da teilweise nicht schaden.
Auf die in der Bohusleden-Broschüre verzeichneten Hütten sollte man sich nicht verlassen. Die Karte ist nicht sehr aktuell und einige Vindkydds sind gar nicht mehr existent bzw. an anderer Stelle neu errichtet. Auch das Platzangebot variiert sehr stark. So kann man die eine mit bis zu 10 Personen in Beschlag nehmen, die andere höchstens mit zweien.
Der Zustand reicht von nass und baufällig bis zu neu und stabil.
An den Hütten findet man immer eine Feuerstelle und mit Glück auch ein wenig trockenes Holz von den Vorbesuchern (das Auffüllen der Holzvorräte nach dem Verbrennen sollte selbstverständlich sein).
An einigen Vindskydds sind auch Plumsklos vorhanden. Betreten auf eigene Gefahr.
Mülleimer finden sich dann auch, um seinen Müll nicht den ganzen Weg tragen zu müssen.
Einige Windschutzhütten sind mit dem Auto erreichbar und diese werden scheinbar auch mal als Grillhütte von den Einheimischen benutzt – also nicht wundern.
Es gibt ein paar "Luxushütten" im nördlicheren Teil, die sogar einen Ofen oder sogar Betten eingebaut haben.

Wasser:
Hauptquelle sind die Seen in der Umgebung. Die Qualität reicht von klar und sauber bis zu dunkel und moorig. Laut einigen Schweden ohne Filtern trinkbar mit erdigem Geschmack. Da bin ich persönlich eher skeptisch und verlasse mich auf einen Wasserfilter.
An einigen Windschutzhütten sind Wasserlöcher mit klarem Wasser vorhanden. In Stenshult gibt es sogar Wasser aus der Leitung!

Karten/Orientierung:
Für den Bohusleden reicht meiner Meinung nach die offizielle Broschüre mit Kartenausschnitten und Wegbeschreibungen aus. Der Aktualität lässt zwar zu wünschen übrig und es gibt auch Wegstreckenänderungen, aber ein wenig Abenteuer darf ja auch sein.
Der Weg ist ansonsten auch sehr gut mit orangen Wegweisern versehen, die an Bäumen, Steinen oder auch mal Leitplanken zu finden sind. Es gibt Gebiete in denen Bäume gefällt wurden – da kann es auch mal spannend werden, da mit den Bäumen auch die Kennzeichnung verschwunden ist.

Einkaufen:
Direkt am Weg - sehr selten. Man ist immer weit entfernt von Einkaufsmöglichkeiten. Man ist auf die größeren Städte angewiesen: Göteborg, Kungälv, Uddevalla, Munkedal, Dingle (ca. 6 km Umweg), Vassbotten (nur noch am Campingplatz und ausschließlich Süßes), Strömstad.
Also immer gut zu Essen einpacken! Wenn das Essen ausgeht, muss man einen großen Umweg in Kauf nehmen um zum nächsten Einkaufsladen zu kommen.
In Krokstrand soll es noch ein gutes Pub geben (nicht getestet).

Öffentliche Verkehrsmittel:
Teilweise gut ausgebaut, manchmal gar nicht vorhanden. Mit dem Bus kommt man zu allen wichtigen Städten. In den abgelegenen Dörfern fährt oft nur zur Schulzeit ein Bus. Teilweise auch nur auf vorherigen Anruf in der Zentrale (z.B. auch in Krokstrand). Wer einen Bus oder Zugfahrplan braucht, schaut hier: Västtrafik

Bargeld/Kreditkarte:
In Schweden ist das Bezahlen mit Bargeld immer rückläufiger. Selbst kleinere Beträge werden dort mit Kreditkarte bezahlt.
In den öffentlichen Verkehrsmitteln wird ebenfalls mit Kreditkarte bezahlt. Die Fahrer/Schaffner verfügen über keine Bargeldkasse mehr!
Auch muss zum Beispiel der Bus vom Flughafen nach Göteborg rein, gleich mit Kreditkarte bezahlt werden. Vorbuchung über Internet und Bezahlung per Paypal ist aber auch möglich. Siehe hierzu http://www.flygbussarna.se/de .
Zwar werden auch meistens die üblichen Euroscheckkarten akzeptiert, doch viele Banken erheben dafür kräftige Gebühren – manchmal einen Euro pro Buchung!
Ich rate daher zum Mitnehmen einer Kreditkarte. Wichtig zu wissen: Man braucht die PIN der Karte. Bezahlen per Unterschrift, wie in Deutschland, geht nicht!