Tag 4

18.08.06 Bohusleden: Windschutz bei Rödvatten – Djupevatten

Aufstehen gegen 8 Uhr Morgens. Ist zwar eine sehr gute Zeit, aber da ich ein Morgenmuffel bin, brauche ich immer einige Zeit, bis mein innerer Motor angesprungen ist.
Meist bin ich erst gegen 11 Uhr aufgebrochen.

Heute konnte ich aus der restlichen Glut wieder ein Feuer entfachen. Auch nicht schlecht am frühen Morgen Wärme zu haben und sich gleichzeitig das passende Rauch-Aroma zuzulegen.
Ich hatte mich auch entschieden schon heute Morgen schwimmen zu gehen. Das soll ja bekanntlich sehr gesund sein. Brrr, kalt kann ich bestätigen, gesund - naja.

Danach fand ich das Feuer umso bessern.
Frühstücken, Sachen sinnig einpacken und dann los.
Die Beine hatte sich mittlerweile auch immer mehr an die Belastung gewöhnt und meldeten sich nur sehr kurz mal. Ähnlich wie die Schultern. Aber das war wirklich minimal. Erstaunlich, wie sich der Körper anpassen kann.

Erstmal weiter die Schotterstraße entlang, den Wegpunkt Lysevatten passiert und dann wieder auf schmalen Pfaden weiter. Ständige Abwechslung der folgenden Landschaftsarten: Nadelwald, Moor, Seen, Heidekraut und ab und zu Birken.

Irgendwo auf dem Berg vorm Västersjön fehlten mir dann die eindeutigen Markierungen. Dummerweise an einer Wegkreuzung.
Zur Auswahl: 3 kleine Wege und ein breiterer.
Ich Schlussfolgerte: Bohusleden = in der Regel schmale Wege. Also ging ich geradeaus weiter. Natürlich war das verkehrt und ich der Weg verlief sich in viele kleine Schleichpfade ohne Markierungen.
Wieder zurück. Zweiter Versuch und den breiten Weg genommen.
Ja, der war richtig – hier kamen dann auch wieder Markierungen.

Nächste Verwirrung als ich an die Straße kam.
Laut Karte sollte ich an der Straße nach rechts ab.
Da keine Markierungen zu erkennen gewesen waren, hab ich das dann auch gemacht. Es ging jetzt Bergauf. Keine Markierungen, ich ahnte schon was!
Bald konnte ich den See erblicken. Der lag links von mir. Na toll, das sollte der aber nicht! Also wieder zurück und die Straße bergab nehmen. Dann erkannte ich auch, dass die rötliche Markierung an der Ecke einer Leitplanke nicht für Autofahrer sondern für Wanderer war. Und die Straße, auf der ich jetzt ging, war halt in der Karte nicht eingezeichnet.

Ich kam dann auch an die eingezeichnete Straße. Hier gab es übrigens eine neue Bushaltestelle, die auch nicht eingezeichnet war! Von Västtrafik. Der Bohusleden folgte erst der Straße und ging dann links auf den Waldweg. Leicht verändert als eingezeichnet. Und hier sei immer mal wieder bemerkt: Besitzer von Wasserdichten Wanderschuhen sind klar im Vorteil und auch glücklicher! (Juhu, meine warens) Es ging dann auf einer Schotterstraße weiter Richtung Norden, mit stetigem Anstieg. Weiter auf schmalen Pfaden mit Heidekraut und hohem Gras. Teils so dicht und überwachsen, dass man den Pfad nur auf drei Meter sieht und dann nur raten kann, wo er enden wird. Am Brurevatten dann Mittagspause mit Brot. Der Weg ist ab hier auch relativ eben.

Wieder ein See

Überraschend gut dann das Vindskydd Djupevatten! Sehr schön gelegen, rund drei Meter über dem Wasser und sogar mit zwei Bänken rechts und links in der Hütte. Fand ich richtig klasse! Die Bänke um die Feuerstelle erinnerten mich irgendwie an einen Sandkasten. Auch hier Mülltonnen und ein Klo, von dem ich eher abraten würde. Eklig und ein verlassenes Wespennest an er Decke. Der See sah sehr schön aus. Das Wasser war aber sehr bräunlich. Selbst nach dem Filtern hatte es immer noch eine Trübung. Lange nicht so stark, aber ich hoffte doch, dass dies nichts zu sagen hat. Geschmacklich aber nur leicht Erdig. Im Nachhinein kann ich sagen: Mit Filter bedenkenlos trinkbar. Ohne, kann ich nicht sagen.

Aussicht aus dem Windschutz

An diesem Tag war das Wetter so gut, dass ich mich ausgiebig gesonnt habe.
Und hier bin ich alleine? Weit gefehlt. Ich war gerade am Brennholz suchen, als zwei Jugendliche mit Mountainbikes des Weges kamen. Die hatten aber keine Lust auf Gesellschaft und fuhren dann wieder.
Als ich dann gerade dabei war mir Nudeln mit Soße zuzubereiten, hörte ich ein näher kommendes lautes Motorengeräusch. Und bald stand dann ein kleines Motorrad mit einem Schweden darauf neben der Hütte. Der erzählte mir dann, er würde das kleine Motorrad für seine Kinder nur testen. Er käme auch öfter mal hier her um zu grillen.
Eine Stunde, nachdem er weg war, kam wieder ein Pärchen zum Schwimmen hier her. Die fragten mich dann, ob ich zum Schwimmen hier wäre. Ich erklärte denen erstmal, dass ich auf dem Bohusleden unterwegs wäre. Von Kungälv bis Uddevalla. Das fanden die sehr spannend. Danach war endlich Ruhe mit Besuchern.
Ach ja, wie ich später erfuhr, heißt Djupevatten wohl so was wie „Tiefer See“.

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